Atomkraft? Nein Danke!

Anti-Atomkraft interaktiv - Aufarbeitung einer Bewegung

Die Anti-Atomkraft-Bewegung: Was war ihr Motor? Was treibt sie heute noch an?

Die Anti-Atomkraft-Bewegung zählt zu den wichtigsten und erfolgreichsten sozialen Bewegungen der Nachkriegszeit. Ihr Verlauf und Erfolg ist beispiellos. Doch wie lässt sich eine über Jahrzehnte gewachsene Bewegung greifen und beschreiben? Welche Erfolge hat sie letztlich erzielt, was war ihr Motor? Wir haben für euch die Datenjournalismus-Brille aufgesetzt und die älteste deutsche Umweltbewegung mit den neuesten Tools des Data Science untersucht.

Uwe Hiksch freut sich – den 31. Dezember 2021 hat er rot im Kalender markiert: Es ist der 2011 beschlossene Stichtag zur Abschaltung von drei der letzten sechs Atomkraftwerke in Deutschland. Zu verdanken ist dies unter anderem der Anti-Atomkraft-Bewegung – der ersten großen Umwelt-Bewegung in Deutschland. Mehr als 35 Jahre war Hiksch in der Bewegung aktiv und kennt sie so gut, wie kaum ein anderer. Uns gibt er Einblick in die vielfältigen Formen des Protests, in neue Motive und bedeutende Erfolge im Verlauf einer Bewegung, die es bereits seit den 1970er Jahren gibt.

Doch wie steht Deutschland jetzt – kurz vor dem Ausstieg aus der Kernenergie – da? Und wie verhält es sich in den europäischen Nachbarländern? In Europa betreiben insgesamt 13 der 27 EU-Staaten Atomkraftwerke (kurz AKWs). Das sind insgesamt 107 Reaktoren, die ungefähr ein Viertel der weltweiten Reaktoren ausmachen. In Deutschland und dessen unmittelbaren Nachbarländern wurden seit den 1950er Jahren insgesamt 156 Reaktoren geplant. Gerade mal 80 davon sind heute noch aktiv, ganze 30 wurden gar nicht erst gebaut 1.

Die folgende interaktive Karte gibt euch Aufschluss darüber, wo die aktiven und deaktivierten AKWs in und um Deutschland liegen, wann sie gebaut und in Betrieb genommen wurden, um welche Reaktorart es sich handelt und wann die Abschaltung erfolgt(e). Auf der rechten Seite könnt ihr nach unterschiedlichen Kriterien filtern und so beispielsweise nur die aktiven AKWs anzeigen lassen.

Zurück zu den Anfängen...

Quelle: Eigene Anfertigung, angelehnt an das Original vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz

Auch für Juliane Dickel vom BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. ist der beschlossene Ausstieg ein Grund zur Freude: Seit 2019 hat sie die Leitung der Atom- und Energiepolitik beim BUND inne, der mit 470.000 Mitgliedern (Stand: 2019) einer der größten deutschen Umweltverbände ist. Mit ihr sprechen wir über unsere Ergebnisse, über Motive und neue Themen der Bewegung und darüber, wie alles begann. „Atomkraft war politisch gewollt“, erklärt Dickel. „Die Unternehmen wollten gar keine Atomkraftwerke, weil von vorneherein klar war: Atomkraft ist unrentabel. Es ist teuer, es geht nie ohne Subvention, egal in welchem Land und es dauert ewig lange bis so ein AKW entsteht. Aber die Politik wollte das, weil es natürlich auch darum ging, mitzumischen – auch international.“ Wie sehr Atomkraft politisch gewollt war, zeigt eine Karte von 1975.

Auf ihr eingezeichnet sind die rund 600 Standorte in der damaligen Bundesrepublik Deutschland, die Wissenschaftler:innen für angebracht, mehr noch, für „notwendig“ hielten und an deren Umsetzung auch die Politik sehr interessiert war. Neben den dort markierten Standorten wurde außerdem diskutiert, Atomkraftwerke auf künstlichen Kraftwerksinseln in der Nord- und Ostsee zu bauen, um die Anzahl noch zu erhöhen. Ebenso wurde 1978 auf politischer Ebene der Bau von 30 Atomkraftwerken auf Helgoland in Betracht gezogen, auch weil dort wegen der geringen Bevölkerungsdichte mit wenig Protest zu rechnen sei 2.

„Die Atomenergie wurde als das Heil der Gesellschaft angesehen“, so Hiksch. „Als diese Karte rauskam waren die Menschen, die gegen Atomenergie waren, eine kleine Minderheit. Wir haben zu der Zeit an argumentiert gegen 99% der Wissenschaftler:innen, gegen 99% der Politiker:innen und gegen 90% der Bevölkerung“, erklärt Hiksch, der sich noch gut an die Anfänge der Bewegung erinnern kann. Für Frau Dickel ist die Karte ein Faktor, der im späteren Verlauf maßgeblich zur Mobilisierung beigetragen hat: „Diese Überlegung des massiven Zubaus, das war ein Problem. Das hat die Bewegung vor allem in den 70er Jahren immer wieder angetrieben, als der Bevölkerung nach und nach klar wurde, was da drohte auf einen zuzukommen“.

Schauen wir uns nun an, was letztendlich davon umgesetzt wurde: Das folgende interaktive Diagramm gibt Aufschluss über Baubeginn, Inbetriebnahme und geplante Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke sowie die Höhepunkte der Anti-Atomkraft-Demonstrationen in Deutschland.

Insgesamt gebaute Atomreaktoren in Deutschland
51
Geplante, aber nicht gebaute Atomkraftwerke in Deutschland
18
Gebaute, aber nicht in Betrieb genommene Atomkraftwerke in Deutschland
6

Gut zu erkennen: In den Jahren 1972 und 1975 gab es die meisten Baubeginne für AKWs in Deutschland. Außerdem interessant: Nach 1990 wurde kein weiteres AKW mehr in Betrieb genommen, nach 1985 kein weiteres mehr gebaut. Hatte die Bewegung hier schon ihr Ziel erreicht? Am blauen Graph sehen wir außerdem den Höhepunkt der Protestbewegung, der ebenfalls in den 1970er Jahren zu finden ist. Erfasst wurden von uns hierbei die größten und bedeutendsten Anti-Atomkraft-Proteste in der Geschichte der Bewegung. 11 davon fanden im Jahr 1979 statt. Weitere Spitzen gab es 1986 – dem Jahr der Tschernobyl-Katastrophe, 1988, 2011 – dem Jahr der Reaktorkatastrophe von Fukushima und 2014. Das Diagramm gibt somit Aufschluss über weitere wichtige Motive des Protests: allen voran die Tschernobyl- und die Fukushima-Katastrophe.

Ein langer Weg bis zum Sieg

Wie kam es dazu, dass einige AKWs zwar geplant, aber nie gebaut oder gebaut aber nie fertiggestellt wurden? Welche Bedeutung hatten die regionalen Proteste an den Standorten der AKWs für den weiteren Verlauf der Bewegung und wie wurde daraus eine Bewegung über die Grenzen Deutschlands hinaus? Wir haben für euch die größten Proteste um einzelne Standorte recherchiert und mit unseren Interviewpartnern Juliane Dickel und Uwe Hiksch über ihren Einfluss auf die Bewegung gesprochen. Brodkorf, Kalkar, Wackersdorf und Gorleben – sie alle sind Zahnräder in einer Bewegung, die erst langsam an Fahrt aufnahm, bis sie schließlich nicht mehr zu bremsen war. Doch schauen wir zunächst auf den Ort und die Menschen, mit denen alles anfing.

Whyl 1975: Beginn einer Bewegung

Schaut man zurück auf die Anfänge der Anti-Atom-Bewegung, so ist in vielen Chroniken von dem Ort „Whyl“ am Oberrhein die Rede – als dem Ort, wo alles begann. Whyl gilt als „Wendepunkt“ 3 in der Geschichte der Anti-Atom-Bewegung, als Protest mit Signalwirkung 4. Was also war in der in der kleinen Gemeinde mit damals gerade mal 2700 Einwohnern passiert?

In Whyl am Oberrhein sollte das Kernkraftwerk Süd gebaut werden. Zunächst war das Kraftwerk bei der nahe gelegenen Stadt Breisach angedacht. Als die Pläne zum Bau in Breisach 1970 zur Bevölkerung durchdrangen, fürchteten die dort ansässigen Winzer eine Veränderung des Mikroklimas: Die zu erwartenden, massiven Wasserdampfschwaden aus den Kühltürmen des Reaktors würden die Menge des Niederschlags in der Atmosphäre erhöhen und gleichzeitig die Sonneneinstrahlung auf die Weinreben beeinflussen. Beides zusammen würde zu Einbußen in der Ernte und Qualität der Weinreben führen und so die Existenzgrundlage der Winzer bedrohen. Im Vordergrund der Befürchtungen standen also nicht etwa gesundheitliche Aspekte oder Gefahren der Radioaktivität, sondern die Veränderung des Klimas 5. „Die ersten Proteste in Whyl und Breisach kamen von sehr konservativen Menschen“, so Hiksch. „Da stand der Bauer auf dem Feld gegen die Meinung der Wissenschaftler:innen aus der Stadt und die haben ihre Heimat und ihren Ort verteidigt und dadurch hat sich eine ganz spezifische Form des Widerstands entwickelt“, führt er weiter aus.

Gemeinsam mit den bis dahin wenigen atom-kritischen Bürgern sammelten die Winzer:innen Unterschriften gegen das Bauvorhaben und reichten 65.000 Einwendungen gegen das AKW in Breisach ein – mit Erfolg. 1973 ließ die Betreiberfirma „das Badenwerk“ von dem Standort in Breisach ab und suchte gemeinsam mit der Landesregierung einen „unproblematischeren Standort“ 6. Als Alternative geriet das etwas weiter nördlich gelegene Whyl in den Fokus der Überlegungen.

Auch in Whyl regte sich sogleich Widerstand: Diesmal schlossen sich elsässische Initiativen, die derweil gegen ein AKW in Fessenheim (F) vorgingen, und badische Initiativen zusammen und unterstützen die Bevölkerung in Whyl. Winzer:innen, Landwirt:innen und Student:innen protestierten gemeinsam und auch die Mittel des Protests wurden radikaler: Am 18. Februar 1975 – dem Tag des Baubeginns – besetzten mehrere Hundert Menschen den Bauplatz.

Proteststicker gegen das geplante AKW in Whyl
Proteststicker gegen das geplante AKW in Whyl. Foto: AlMare, CC BY-SA 3.0

Die Besetzung wurde zwei Tage später von der Polizei gewaltsam aufgelöst. Wasserwerfer kamen zum Einsatz, als rund 650 Polizeibeamte das Gelände „stürmten“. Durch dieses harte Vorgehen seitens der Polizei geriet der Protest in die Schlagzeilen, was dafür sorgte, dass nur zwei Tage später rund 28.000 Atomgegner:innen antraten. Die teils aus Frankreich und der Schweiz stammenden Protestierenden besetzten erneut den Bauplatz – diesmal für eine Dauer von 9 Monaten.

Sie sollten Erfolg haben: Am 21. März 1975 erließ das Verwaltungsgericht Freiburg einen vorläufigen Baustopp, weil mehrere Gemeinden, Initiativen und Einzelpersonen Klage gegen den Bau eingereicht hatten. Mehrjährige juristische Streitereien folgten, in denen das Gericht unter anderem entschied, dass das AKW nur bei Ummantelung mit einem Berstschutz gebaut werden dürfe. Da dies den Bau erheblich verteuert hätte, ließ der Betreiber von dem Projekt ab.

Welchen Einfluss hatten die Proteste von Whyl und Breisach?

Die Proteste von Breisach und Whyl zeigen etwas Typisches: den regionalen Charakter der Proteste, aber auch die zunehmende Vernetzung lokaler Gruppen und das Hilfsbereitschaft von Gruppen aus der Umgebung. „Es ging darum, die eigene Heimat zu verteidigen“, so Hiksch. „Und dieser konservative Widerstand wurde dann auch von Standort zu Standort so weitergegeben“. Denn der Protest war keineswegs eine einfache Sache oder wurde von der Mehrheit getragen. Hiksch betont: „Die ersten Atomkraft-Gegner:innen mussten eine wahnsinnige Grundüberzeugung entwickeln. Der Großteil der Bevölkerung war ja für Atomenergie und der nächste Mensch, der dagegen war, wohnte 50 km weit weg und es gab damals noch kein Internet. Deswegen waren die Proteste dort zu den Anfängen noch ganz stark getragen von der Bevölkerung vor Ort und eventuell noch umliegenden Dörfern, die ihre Heimat verteidigen wollten, die auch symbolisch sich mit ihren Traktoren in den Weg stellten, um zu zeigen: ‚Hier nicht!‘.“

Brokdorf: Der Höhepunkt der Anti-Atomkraft-Bewegung

Knapp 60 Kilometer nordwestlich von Hamburg liegt am Rande der Elbe das Atomkraftwerk Brokdorf. Bis heute gehört es zu den letzten aktiven Kernkraftwerken in Deutschland und weltweit zu einem der mit der höchsten Bruttostromerzeugung. Während der Bauzeit ab 1975 summierten sich die Proteste von Atomkraftgegner:innen, sodass die kleine Gemeinde Brokdorf mit etwas über 960 Einwohner:innen schließlich zu einem der bedeutendsten Meilensteine der Anti-Atomkraft-Bewegung wurde. Für Hiksch war es der Einstieg in eine Bewegung, die er bis heute nicht verlassen hat.

Die Pläne für den Bau des Kernkraftwerkes bei Brokdorf veröffentlichte die Kraftwerk Union im Jahr 1972. Der erste Spatenstich erfolgte 1975. Aufgrund zahlreicher Einsprüche verhängte das Verwaltungsgericht Schleswig bereits ein Jahr später einen kurzzeitigen Baustopp. Noch im selben Jahr begannen die ersten Großdemonstrationen in Brokdorf. So protestierten im Oktober 1976 rund 5.000 Demonstrant:innen gegen das Bauvorhaben, rund 1.000 von ihnen besetzten kurzzeitig den Bauplatz. Die Besetzung wurde des Nachts von der Polizei unsanft aufgelöst: Schlagstöcke, berittene Polizei, Wasserwerfer und Tränengas kamen zum Einsatz – nur ein Vorbote dessen, was noch folgen sollte.

Demonstration gegen das AKW Brokdorf 1976: Etwa 5.000 Menschen ziehen durch die Innenstadt
Brokdorf 1976: Etwa 5.000 Menschen ziehen durch die Innenstadt. Foto: Friedrich Magnussen (1914-1987). Source: Stadtarchiv Kiel. Licence: CC BY-SA 3.0

Nur ca. zwei Wochen später eskalierte die Situation völlig, als Aktivist:innen und Polizist:innen erneut aufeinandertrafen: Als ein Teil der Menge versuchte die Baustelle zu stürmen, ging die Polizei mit aller Härte gegen die Demonstranten:innen vor. Augenzeugen berichten von Hubschraubern, aus denen „Tränengas-Granaten“ in die Menge geschossen wurden. 80 Polizeibeamte und etwa 500 Demonstrierende wurden verletzt. Die Presse spricht auch von der „Schlacht um Brokdorf7. Rund 30.000 Demonstrant:innen hatten sich diesmal in Brokdorf versammelt, viele von ihnen aus dem linken Spektrum und auch auf Parteiebene gab es Unterstützung. Der Kommunistische Bund Westdeutschland beispielsweise sprach sich offen für eine aktiven Widerstand aus.

Kurze Zeit später, im Februar 1977, entschied das Verwaltungsgericht Schleswig einen generellen Baustopp, wodurch sich die aufgeheizte Situation zunächst entschärfte.

Nach etwas weniger als vier Jahren Baustopp in Brokdorf kam es im Dezember 1980 zur nächsten Großdemonstration. Der Grund: Für den Bau des AKWs wurde eine Teilerrichtungsgenehmigung erteilt. Am Geschehen beteiligten sich etwa 10.000 Menschen. Anfang 1981 hob das Oberverwaltungsgericht Lüneburg den Baustopp schließlich ganz auf, sodass die Bauarbeiten im Februar 1981 wieder aufgenommen wurden.

Als Reaktion auf den erneuten Baustart im Februar 1981 kündigten 50 Organisationen von Atomkraftgegner:innen eine Großdemonstration für den 28. Februar 1981 an. Der Landrat verhängte daraufhin ein Versammlungsverbot am Bauplatz, wodurch die Demonstration faktisch verboten wurde. Die Veranstalter legten hierauf Widerspruch ein, der wiederrum angefochten wurde, bis die Frage um die Erlaubnis der Demonstration binnen weniger Tage schließlich beim Bundesverfassungsgericht landete, wo die Organisatoren letztlich formal eine Niederlage kassierten 8.

Trotz des Versammlungsverbot reisten am 28. Februar 1981 Menschen aus ganz Deutschland Richtung Brokdorf, die sich weder von Straßensperren und blockierten Autobahnen noch von Minusgraden und eisigem Wind beirren ließen. Laut Veranstalter erreichten rund 100.000 Atomkraft-Gegner:innen Brokdorf. Die Polizei spricht von rund 50.000. Das Polizeiaufgebot wird auf etwa 10.000 Polizist:innen geschätzt.

Polizeieinsatz gegen die Demonstration gegen das AKW Brokdorf
Polizeieinsatz am AKW Brokdorf 1981. Foto: Weingartz, Hans Licence: CC BY 3.0

Nach Abschluss der Demonstration, die im Grund friedlich verlaufen war, gingen militante AKW-Gegner:innen mit Wurfgeschossen auf die Polizist:innen los. Es flogen Stahlkugeln, Steine und Molotowcocktails, worauf diese mit Tränengas, Wasserwerfern und tief fliegenden Hubschraubern reagierte. Einige Medien berichten von bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen zwischen der Polizei und den Demonstrant:innen 9. Obwohl die links-radikalen Gruppen den Aufruhr angezettelt hatten, beschrieben Augenzeugen das Verhalten der Polizei im Nachhinein als „überhaupt nicht mehr nachvollziehbar“ 10. Regelrechte „Jagdszenen“ 11 hätten sich dort abgespielt, die man nur noch als „Bestrafung“ 12 interpretieren könne und deren Zeuge auch Uwe Hiksch wurde: „Damals bin ich als völlig unbedarfter Mensch dorthin gefahren mit gutem Willen und guten Absichten mich gegen die Atomkraft zu engagieren und war entsetzt und völlig irritiert von dem aggressiven Vorgehen der Polizei gegen die Demonstrierenden“, berichtet er.

Insgesamt wurden bei der Demonstration 240 Personen vorübergehend festgenommen und 56 Demonstrierende sowie 128 Polizisten verletzt. Das Verbot der Demonstration am 28. Februar 1981 beschäftige die Gerichte noch lange, bis das Bundesverfassungsgericht das Verbot schließlich als verfassungswidrig einstufte.

Die Demonstration geht mit etwa 100.000 Teilnehmenden als die bis dahin größte Demonstration in die Geschichte der Bundesrepublik ein und gilt fortan innerhalb der Anti-Atomkraft-Bewegung als das „Symbol des Widerstandes“ 13. Doch auch sie kann die Inbetriebnahme nicht verhindern.

Fünf Jahre lang wurde es still um den Standort, bis im Juni 1986 – kurz nach dem Super-GAU im russischen Tschernobyl – die kommerzielle Inbetriebnahme der Anlage erfolgte, was neue Demonstrationen hervorrief. Den Teilnehmenden und auch den Polizisten muss es wie ein Déjà-vu vorgekommen sein. Denn was im Februar ’81 passiert war, wiederholte sich jetzt im Juni 1986: Die geplante Demonstration wurde von der Polizei erneut durch Straßensperren sabotiert. Am Ende gab es gewalttätige Auseinandersetzungen mit Steinen und Molotow-Cocktails auf der einen – Tränengas und Wasserwerfern auf der anderen Seite – bis die Demonstration schließlich abgebrochen wurde 14.

Nachdem das Atomkraftwerk 1986 ans Netz ging, blieb es in Brokdorf weitestgehend ruhig. Bis zum 24. April 2010, an dem über 100.000 Menschen zwischen den Kernkraftwerken Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel gegen Kernkraft demonstrierten. Im Jahr 2011 beschloss der Bundestag schließlich die Abschaltung des Reaktors in Brokdorf zum 31. Dezember 2021.

Mit Links gegen die Atomkraft

Dieser Protest ging weit über die regionalen Proteste in Whyl hinaus und führten unterschiedliche Strömungen in der Anti-Atom-Bewegung zusammen. Der Protest wurde stark von linken und von links-radikalen Gruppen getragen. Auch gab es nun erste Unterstützung auf Parteiebene und von den Grün-Alternativen-Listen. „Hier in Brokdorf kam die Links-Radikalität rein“ so Hiksch. „Die linksautonome Szene fürchtete ja immer noch die Etablierung des Atomstaats, damit einhergehende Faschisierungstendenzen und die Entwicklung zu einem diktatorischen Staat. Und sie erkannte spätestens in Brokdorf: Am Anti-Atom-Kampf lässt sich der Kampf gegen das System führen und auch das System vorführen!“

Bedeutende Anti-Atomkraft-Demonstrationen

Wo fanden die meisten Anti-Atomkraft-Bewegungen in Deutschland statt und wie viele Teilnehmer haben dort gleichzeitig demonstriert? Die folgenden Grafiken zeigen euch die bedeutensten Anti-Atomkraft-Demonstrationen in Deutschland zwischen 1970 und und 2020:

Zeitlicher Verlauf der Anti-Atomkraft-Demonstrationen in Deutschland

Zeitlicher Verlauf der Anti-Atomkraft-Demonstrationen in Deutschland zwischen 1970 und 2020.

Kalkar und Wackersdorf: Die nächste Eskalationsstufe

Das ehemalige Kernkraftwerk Kalkar, auch bekannt als der „schnelle Brüter“, sollte der erste Reaktor Deutschlands werden, der in seiner Funktion als Brutreaktor durch Spaltung brennbaren Materials effektiv mehr Brennstoff herstellen sollte, als er in der gleichen Zeit verbrauchte. Diese neue Technik der Kernspaltung basierte nicht mehr nur auf einfachem Uran, sondern auf Uran, das mit hochgiftigem Plutonium angereichert wurde und dadurch viermal mehr gespalten werden konnte. Die neue Technik sollte Deutschland letztlich unabhängig von Uranimporten machen und das vorhandene Uran effektiver nutzbar machen.

Die Schattenseiten der Technologie waren das Experimentieren mit dem hochgiftigen Plutonium, das auch in Atombomben eingesetzt wird. Auch setzte sie die Notwendigkeit von Wiederaufbereitungsanlagen voraus, da das gewonnene, spaltbare Material noch in Brennelemente überführt werden musste, bevor man es einsetzen konnte 15 16. Die Wiederaufbereitungsanlage (kurz WAA) sollte seinerzeit in Wacksersdorf gebaut werden, zwei Vorhaben, die neue Gründe des Protests und neue Strömungen in die Anti-Atom-Bewegung bringen sollten.

Mitte der 70er Jahre, rund zwei Jahre nach Bekanntwerden des Bauvorhabens, formierten sich die ersten Proteste in Kalkar: Diese verliefen friedlich und wurden auch von Atomkraftgegnern:innen aus dem Ausland unterstützt. Als die Bundesregierung mit Besorgnis feststellte, dass die Proteste zu waschechten Großdemonstrationen heranwuchsen, starteten verschiedene Regierungsvertreter eine Pressekampagne, in der die AKW-Gegner:innen als „Chaoten“ und „Terroristen“17 diffamiert wurden und warnten eindringlich vor der Beteiligung an weiteren Demonstrationen.

Protest in Kalkar 1974
Protest in Kalkar 1974. Foto: Rob Mieremet / Anefo. Licence: CC0 1.0

Dennoch versammelten sich am 24. September 1977 rund 50.000 Menschen in Kalkar, um gegen die Fertigstellung des Werkes zu protestieren. Um Krawalle zu verhindern und letztlich auch, um Demonstrant:innen fernzuhalten, hatte die Polizei umfangreiche Personenkontrollen durchgeführt, sodass am Ende des Tages rund 125.000 Personen überprüft und rund 20.000 an der Weiterfahrt gehindert worden waren. Die Demonstrant:innen, die den Veranstaltungsort erreichten, erwartete ein massives Polizeiaufgebot mit Wasserwerfern, Hubschraubern und Panzerwagen. In einigen Medien ist die Rede von bürgerkriegsähnlichen Zuständen und kaum hinnehmbare Kompetenzüberschreitungen seitens der Polizei. Das Ereignis markierte den bis zu diesem Zeitpunkt größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik.

„Stoppt den WAAhnsinn!“ Wackersdorf in den 1980er. Foto: Oliver M. GRUER-LAVIN. Licence: CC BY-SA 2.0

Am 04. Februar 1985 bestätigten sich die Gerüchte um den Bau der Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf, die schon seit Beginn der 80er Jahre kursierten. Sowohl der Landrat als auch die Bevölkerung, die damals unter der höchsten Arbeitslosigkeit im ganzen Bundesgebiet litt, freuten sich über die Entscheidung und die in Aussicht gestellten 3.600 Arbeitsplätze. Vor allem der damalige bayerische Ministerpräsident Strauß trieb das Projekt voran und betonte die Sicherheit der neuen Anlage („nicht gefährlicher als eine Fahrradspeichenfabrik“)18. An die Ungefährlichkeit der neuen Technologie wollten die Gegner:innen nicht glauben und auch der damalige SPD-Landrat Hans Schuierer änderte seine Meinung, als ihm erklärt wurde, dass der 200 Meter hohe Schacht der Anlage dazu diene, die austretenden radioaktiven Schadstoffe möglichst breit in der Umgebung zu verteilen.

Als auch der Bevölkerung klar wurde, dass die WAA keineswegs so harmlos sein würde, wie von Strauß gepredigt, kippte auch hier die Stimmung: Befürworter wurden zu Gegnern und bündelten sich in Bürgerinitiativen. Trotz massiver Proteste verkaufte der Freistaat Bayern das vorgesehene Gelände im Oktober 1985 an die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen (DWK). Am 10. Dezember begannen die Rodungsarbeiten. Zu diesem Zeitpunkt gab es schon eine breite Front gegen die WAA in der Region, die von Atomkraftgegner:innen aus dem ganzen Bundesgebiet unterstützt wurde.

Protest in Wackersdorf in den 1980er Jahren. Foto: Oliver M. GRUER-LAVIN. Licence: CC BY-SA 2.0

Gegner:innen errichteten daraufhin mitten im Winter ein riesiges Hüttendorf, das aus rund 158 Hütten, Zelten und Baumhäusern bestand und bei dessen Räumung ein paar Wochen später rund 1.000 Menschen zur erkennungsdienstlichen Erfassung festgenommen wurden. Doch das sollte nicht das Ende des Widerstands in Wackersdorf sein: Unter dem Label „Stoppt den WAAhnsinn“ liefen die Proteste weiter. Nicht nur die links-radikalen Strömungen in der Bewegung stellten sich offensiv gegen den Staat, auch der BUND, die Bürgerinitiative Schwandorf und viele weitere Gruppen und Initiativen riefen zum Widerstand auf.

Die bedeutendsten Demonstrationen im Zusammenhang mit Wackersdorf waren die Oster-Demonstration am 31. März 1986, an der erstmals offiziell über 100.000 Menschen teilnahmen, die „Pfingstschlacht“ im Mai 1986, bei der Linksradikale die Polizei mit Steinen und Stahlkugel beschossen und zwei Polizeiwagen anzündeten, während die Polizei ihrerseits CS-Gas Kartuschen in die demonstrierende Menge warf und auch den 44 Wasserwerfern, die im Einsatz waren, Reizstoffe in das Wasser beimischten. Am 7. Juni 1986 kam es bei einer Demonstration am Bauzaun erneut zu schweren Auseinandersetzungen zwischen 30.000 Demonstrant:innen und 3.000 eingesetzten Polizisten 19.

In den 1980er Jahren wurde die Kritik am „Schnellen Brüter“ in Kalkar immer größer. Neben politischen Bedenken wegen des Plutoniums, das auch zum Herstellen von Atombomben verwendet werden kann, kamen zunehmend Sicherheitsbedenken hinzu. Ein Reaktor dieses Typs sei schlichtweg nicht beherrschbarer und bringe demnach größere Gefahren mit sich. Darüber hinaus erhoben Gegner des Projektes Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht, das daraufhin eine vierjährige Unterbrechung des Baus durchsetzte. Durch verschärfte Sicherheitsauflagen konnte der Bau fortgesetzt werden.

Die Proteste seitens der Anti-Atomkraft-Bewegung radikalisierten sich seitdem zunehmend, doch der Bau wurde 1985 dennoch fertiggestellt. Letztlich verweigerte allerdings das Land Nordrhein-Westfalen, entgegen des Wunsches der damaligen Bundesregierung, die Betriebsgenehmigung, da die Risiken nicht kalkulierbar seien und das AKW somit zu gefährlich sei. Die Nuklearkatastrophe 1986 in Tschernobyl bestärkte die Entscheidung. 1991 erfolgte schließlich das offizielle Aus. Es folgte der Umbau in einen Hotel- und Vergnügungspark. Der Kühlturm ist nun bunt angemalt und dient als Kletterwand für Klein und Groß 20.

 

Gorleben: Neue Motive des Protests

Ab den späten 1970er Jahren rückte der Streit um die Wiederaufbereitung und Endlagerung in den Fokus, den Mittelpunkt bilden die Pläne zum Atommülllager in Gorleben. 

Anfang 1977 gab der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht bekannt, dass Gorleben als Standort für eine Wiederaufbereitungsanlage sowie als Endlager für atomare Abfälle in Betracht käme. Es sollten geologische Untersuchungen zur Eignung des Salzstocks in Gorleben folgen. Bereits im März 1977 gab es auf dem angedachten Gelände eine große Kundgebung gegen das Vorhaben mit rund 20.000 Teilnehmer:innen. In diese Phase der Protestbewegung fallen der berühmte „Gorleben-Treck“ sowie die Ausrufung der „Republik freies Wendland“, bei der Demonstrant:innen wiederrum einen Bauplatz besetzten 21.

1979 setzte sich der Gorleben-Treck ins Rollen, bei dem sich rund 350 Landwirt:Innen mit ihren Traktoren auf den Weg von Gorleben in die rund 160km entfernte Landeshauptstadt Hannover machten. Den Zeitpunkt hatten sie klug gewählt, denn zur gleichen Zeit sollte in Hannover ein Symposium stattfinden, bei dem rund 60 Wissenschaftler:innen aus aller Welt öffentlich über die Sicherheit von nuklearen Entsorgungsanlagen diskutieren würden. Rund sechs Tage lang war die bäuerliche Protestgemeinde unterwegs, die bis zur Ankunft in Hannover auf rund 500 Fahrzeuge angewachsen war.

Einfluss internationaler Reaktorkatastrophen – Three Mile Island in Harrisburg (USA)

Three Mile Island in Betrieb Foto: Lance Nickel CC BY-SA 4.0

Noch während der Treck unterwegs war, ereignete sich am 28. März 1979 der erste ernstzunehmende internationale Störfall: Im Three Mile Island Harrisburg kam es zu einer teilweisen Kernschmelze des Atomreaktors bei der vorübergehend Explosionsgefahr bestand. Eine vorsorgliche Evakuierung des Gebiets um den Reaktor sorgte für großes Aufsehen und machte eindrücklich auf die von Atomreaktoren ausgehende Gefahr aufmerksam. Nicht zuletzt deshalb kam es wohl zu der großen Anzahl an Demonstranten nur zwei Tage später in Hannover.

Rund 100.000 Menschen hatten sich hier versammelt, um den Gorleben-Treck solidarisch in Empfang zu nehmen. Die Tagesschau vom 31. März 1979 nennt das Ereignis „die bisher größte Demonstration gegen Kernenergie in der Bundesrepublik“ 22. Wie auch in den vorrangegangenen Beispielen zeigten die Proteste Wirkung: Am 16. Mai 1979 verkündete Albrecht im Bundestag, dass „die politischen Voraussetzungen zur Errichtung einer Wiederaufarbeitungsanlage,  zurzeit wenigstens, nicht gegeben sind.“ 23

Der Salzstock wurde jedoch weiterhin als mögliches Endlager in Betracht gezogen und in den Folgejahren geologisch auf seine Tauglichkeit untersucht. Auch der Bau von zwei Zwischenlagern für radioaktiven Müll konnte nicht verhindert werden. Das Zwischenlager wurde 1995 fertiggestellt und bringt seitdem regelmäßig die sogenannten Castor-Transporte ins Rollen, bei denen radioaktives Material zur Wiederaufbereitung oder zur Zwischenlagerung nach Gorleben gebracht wird.

Castor-Transport 2011 – Metzingen 7830 Foto: Philipp Breu, Farbe von Marion Bachmann, CC BY 2.0

Im Jahr 1995 wird erstmals hochradioaktives Material aus der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague (Frankreich) in das Zwischenlager nach Gorleben transportiert. Bei dem Material handelt es sich um Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente. Der Transport wird von massiven Protesten begleitet: Rund 4000 Demonstrant:innen begleiten den Castor-Transport auf dem letzten Stück. Die Polizei spricht von 15.000  Einsatzkräften. Das Ziel der Demonstrant:innen: Den Castor-Transport so lange wie möglich aufzuhalten und deutlich machen: „Wir wollen diesen Atommüll nicht!“. In den Folgejahren verläuft kein Castor-Transport ohne Proteste 24. Der 8. Castor-Transport fordert sogar ein Todesopfer.

Der Ausdruck „Castor? Schottern!“ wird zum geflügelten Wort und zum neuen Motto der Anti-Atomkraft-Bewegung: Schottern meint dabei das Entfernen von Steinen aus dem Schienenbett, um das Gleis unpassierbar zu machen. Seit März 2012 gibt es einen eigenen Wikipedia-Eintrag zu dieser durch die Anti-Atomkraft-Bewegung geprägte Sabotage-Technik.

Der 13. und vorerst letzte Castor-Transport ins Wendland im November 2011 bricht in Sachen Protest sämtliche Rekorde: 126 Stunden braucht der Zug – so lange wie nie zuvor. Mehr als 100 Blockaden mit Tausenden Aktivist:innen verzögern die Weiterfahrt.

Störfälle in deutschen AKWs: Sind sie der Grund für die Anti-Atom-Demos?

Im Zuge unserer Recherchearbeiten zu den Beweggründen der Anti-Atomkraft-Bewegung haben wir uns auch gefragt, welche Einflüsse die Störfälle in deutschen Atomkraftwerken auf die Protestbewegung hatte. Angeschaut haben wir uns dazu exemplarisch die gesamten Störfälle der letzten 30 Jahre – von 1990 bis 2019. Also die Jahrzehnte nach der Ungewissheit über den Bau, der Inbetriebnahme und Endlagerung. Die Analyse der meldepflichtigen Ereignisse vor 1990 berücksichtigten wir dabei bewusst nicht. Unter anderem wegen der Tatsache, dass in der ehemaligen DDR Störfälle von Atomkraftwerken anders erfasst und bewertet wurden.

INES Skala
Protest in Kalkar 1974. Die sieben Stufen der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse. Grafik: Jan Blömeke & Marion Bachmann

Wie werden Störfälle in deutschen AKWs dokumentiert?

Störfälle in deutschen AKWs werden in der Bundesrepublik minutiös erfasst. Sie sind öffentlich einsehbar auf der Seite des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (kurz: BaSE). Bereits seit 1975 sind die Betreiber dazu verpflichtet Störfälle an die Behörde zu melden. Die Zuordnung der Ereignisse zu den jeweiligen Meldestufen erfolgt dabei „entsprechend der ersten ingenieurmäßigen Einschätzung nach deren Auftreten“ 25. Zu den deutschen Kriterien lässt sich sagen, dass Ereignisse mit den Meldekategorien E (Eilmeldung) oder S gegenüber Ereignissen mit der Meldekategorie N (Normalmeldung) eine höhere sicherheitstechnische Bedeutung haben.

Neben der deutschen Bewertungsskala erfolgt zudem die Einordnung der Ereignisse in eine internationale Skala der Internationalen Atomenergiebehörde, der „International Nuclear Event Scale“, kurz INES. Die INES-Skala sieht 7 Stufen vor: von Stufe 1, bei der ein Vorfall als Unregelmäßigkeit gekennzeichnet wird, bis Stufe 7, die als „größter anzunehmender Unfall“, als GAU deklariert ist. Das BaSe verfasst jedes Jahr einen ausführlichen Bericht, in dem jedes meldepflichtige Ereignis in Anlagen zur Spaltung von Kernbrennstoffen in der Bundesrepublik Deutschland aufgeführt ist. Dieser Bericht dient der Information des Bundestags sowie der Öffentlichkeit.

Störfälle in deutschen AKWs: Alles kein Grund zur Sorge?

Um die deutschen und internationalen Bewertungskriterien besser einschätzen und verstehen zu können, sprechen wir mit Juliane Dickel, der Leiterin der Atom- und Energiepolitik beim BUND, darüber. Dickel kritisiert unter anderem die Verharmlosung von Störfällen durch eine INES-Stufe „0“, die laut ihrer Aussage schlichtweg „sehr positiv klingt“. So waren zum Beispiel im Jahr 2019 98% aller Störfälle in deutschen Atomkraftwerken nach der INES-Skala als Störfälle der Stufe 0 deklariert. Sie resümiert: „Null bedeutet aber eine Abweichung vom Regelbetrieb und bei einem AKW ist eine Abweichung ein Problem, weil es sich hierbei um eine Hochrisiko-Technologie handelt“.

Widersprüchlich ist auch folgende Passage in den Jahresberichten zu meldepflichtigen Ereignissen vom BaSE: „Erwartet wird ein hoher Anteil von Ereignissen im abgeschalteten Zustand, da ein großer Teil der Prüfungen im Anlagenstillstand durchgeführt wird“ 26. Konkret bedeutet dies im Umkehrschluss: Würde in aktiven AKWs mehr geprüft, würden dort vermutlich auch mehr Störfälle zutage kommen.

Welche deutschen Atomkraftwerke zwischen 1990 und 2019 die meisten Störfälle hatten, welcher Kategorie diese zugeordnet sind und wie viele internationale INES 1 und 2 Einstufungen es gab, zeigen die folgenden Diagramme:

AKW-Störfälle: Ein Auslöser der Anti-Atomkraft-Demonstrationen?

Nach Analyse der Störfälle der letzten 30 Jahre lässt sich demnach sagen, dass kein direkter Zusammenhang zwischen den meldepflichtigen Ereignissen in deutschen Atomkraftwerken und den Demonstrationen zu erkennen ist. Dennoch ist uns aufgefallen, dass die Störfälle in deutschen AKWs kontinuierlich abnehmen – und das, obwohl die BaSE behauptet, dass ein hoher Anteil an Ereignissen im abgeschalteten Zustand erwartet werden würde. Wo im Jahr 1990 noch 254 Ereignisse in allen Atomkraftwerken gemeldet wurden, waren es im Jahr 2000 nur noch 94. In den 2000er-Jahren stiegen die meldepflichtigen Ereignisse jedoch nochmals auf bis zu 167 im Jahr 2002. Nach dem beschlossenen Atomausstieg im Jahr 2011 und den damit verbundenen Abschaltungen von sieben Atomkraftwerken fiel die Zahl der meldepflichtigen Ereignisse und blieb seitdem unter 100 pro Jahr. Im Jahr 2019 waren es sogar nur noch 50 Ereignisse.  

Analysieren wir die Atomkraftwerke mit den meisten Störfällen, fallen die Reaktoren Brunsbüttel, Biblis-B und Krümmel, Biblis-A und Unterweser ins Auge. Dürften demzufolge die Störfälle der Auslöser für die Anti-Atomkraft-Bewegung in den Jahren nach 1990 sein, müssten an diesen Standorten die meisten Demonstrationen stattgefunden haben. Dies ist allerdings nicht der Fall. Es lässt sich demnach sagen, dass die Störfälle in deutschen AKWs kein direkter Auslöser für die Demonstrationen der Anti-Atomkraft-Bewegung sind. Was aber, wenn es tatsächlich zum GAU – zum größtmöglichen anzunehmenden Unfall – kommt?

Tschernobyl und Fukushima - Mobilisierung der Massen

Am 26. April 1986 tritt der Worst Case ein: Im ukrainischen AKW Tschernobyl kommt es zum Super-GAU, zu einer vollständigen Kernschmelze. Die Folgen der Katastrophe sollten sowohl die ukrainische Bevölkerung als auch weite Teile Europas noch lange beschäftigen: 330.000 Menschen mussten evakuiert werden. Messungen zur Folge wurden durch den Unfall 150.000 km² in Weißrussland, der Ukraine und Russland radioaktiv verseucht – das entspricht in etwa der Hälfte der Fläche Deutschlands. Nach dem tragischen Unglück wurde in Deutschland kein weiteres AKW mehr gebaut.

Doch für den endgültigen Ausstieg musste noch Fukushima folgen: Im Jahr 2011 kommt es in Folge einer Naturkatastrophe auch hier zur Kernschmelze. Die Anti-Atom-Bewegung hatte sich spätestens jetzt zur Massenbewegung entwickelt – Hunderttausende gingen nach dem Unglück gegen die Atom-Energie auf die Straße.Deutschland reagiert darauf mit der vorsorglichen Abschaltung von den sieben ältesten Atomkraftwerken und beschließt einen schnelleren Ausstieg aus der Atomenergie.

Wie konnte es trotz hoher Sicherheitsauflagen zur Katastrophe kommen? Fakt ist: Das Unglück ereignete sich in der Folge eines Experiments, bei dem durch einen simulierten Stromausfall nachgewiesen werden sollte, dass das Kraftwerk auch ohne Stromzufuhr von außen einen stabilen Betriebszustand halten könne, um die Notkühlung des Reaktors eigenständig sicherzustellen. Als es dabei zu Unregelmäßigkeiten kommt, versuchen die Verantwortlichen die Notabschaltung einzuleiten. Auf Grund eines Konstruktionsfehlers kommt es dabei zu einer verehrenden Kettenreaktion: Innerhalb von Sekunden kommt es zu einem rapiden Leistungsanstieg, der Reaktor-Kern überhitzt und bei 2.000 Grad setzt schließlich die Kernschmelze ein. Im nur wenigen Sekunden kommt es zu zwei schweren Explosionen, wobei das Dach des Reaktors weggesprengt wird. Ganze zehn Tage spie die radioaktive Asche aus dem Reaktor empor. Die dabei austretende radioaktive Wolke zog Hunderte, teilweise Tausende Kilometer weit 27.

Erst durch Messungen in Schweden kommt das Unglück ans Licht: Als am Morgen des 28. April 1986 im über 1.200 Kilometer entfernten Kernkraftwerk ­Forsmark in Schweden derart erhöhte Werte für Radioaktivität gemessen werden, die nicht vom eigenen Kraftwerk stammten, kommt der GAU ans Licht. Bis dahin hatte die ukrainische Regierung selbst lediglich von einem Unfall gesprochen 28.

Auch in Deutschland ist die Verunsicherung groß: Der unsichtbare Feind ist nicht greifbar und niemand weiß, wie hoch die Strahlenbelastung in der Luft ist. Hinzu kommt die ständige Angst vor Regen, der die Radioaktivität aus der Luft auswäscht und den Boden kontaminiert. Eltern lassen ihre Kinder nicht mehr im Freien spielen, auf Milch wird verzichtet, ebenso wie auf Pilze und andere landwirtschaftliche Produkte.

Frau Dickel schlussfolgert: „Das Miterleben dieser Katastrophe und auch die Manifestierung des Problems in Tschernobyl hat dazu geführt, dass ein großer Teil der Gesellschaft anti-atom-politisch geprägt wurde und das hat nochmal ganz entscheidend zum Empowerment der Bewegung beigetragen und letztlich auch diese großen, bundesweiten Proteste mit ausgelöst und weiter angefacht.“

Am 11. März 2011 ereignete sich durch eine Verkettung von Umständen die nächste schwerwiegende Reaktorkatastrophe:

Reaktoren im Vergleich: Vor und nach der Katastrophe, Grafische Visualisierung Von: Nesnad CC BY-SA 3.0

Ausgelöst durch ein schweres Erdbeben kam es zu einem Tsunami vor der Küste Japans, bei dem zum Teil 40 Meter hohe Wellen und gigantische Wassermassen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 800 km/h auf das Festland zu schnellten. Diese machten auch vor dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi nicht Halt. Das Erdbeben der Stärke 9 hatte bereits einen Stromausfall hervorgerufen, sodass bereits die Not-Stromaggregate zur Kühlung der Reaktorblöcke im Einsatz waren. Mit dem Eintreffen des Tsunamis fallen jedoch auch die Aggregate aus. Das Atomkraftwerk bleibt ohne Kühlung, es kommt zum Super-GAU: zur Kernschmelze. Dadurch ausgelöste Wasserstoffexplosionen setzen erhebliche Mengen an radioaktiven Stoffe frei 29.

Das AKW Fukushima nach der Explosion. Foto: Digital Globe. CC BY-SA 3.0

Maßnahmen zur Schadensbegrenzung konnten aufgrund der vollkommen zerstörten Infrastruktur zunächst nur sehr rudimentär erfolgen: Bis die Stromversorgung wiederhergestellt werden konnte, behalf man sich mit Wasserwerfen zur Kühlung der noch intakten Brennstäbe. Doch das Kühlwasser sollte zum nächsten Problem werden: Rund 200.000 Tonnen Kühlwasser fielen täglich an, die kontaminiert waren und nicht vollständig aufgefangen werden konnten. Allein im ersten Monat der Katastrophe bildeten sich nach Schätzungen über 60.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser unter dem Kernkraftwerk, von denen große Mengen ungehindert ins Meer flossen 30.

Das Problem mit dem kontaminierten Kühlwasser sorgte 2013 für den nächsten ernstzunehmenden Störfall, als klar wurde, dass aus einem defekten Tank 300 Tonnen kontaminiertes Wasser ausgetreten waren. Der Vorfall wurde von der Atomaufsichtsbehörde als Stufe 3 eingestuft.

„Fukushima war tatsächlich für einige Menschen in Deutschland ein Flashback“ sagt Frau Dickel. Besonders die Menschen, die während und nach Tschernobyl von den Einschränkungen betroffen waren, hatten Sorgen bezüglich der Auswirkungen: „Viele Menschen haben zu dieser Zeit besorgt bei Anti-Atom-Initiativen angerufen und gefragt, ob jetzt wieder sowas passiert wie bei Tschernobyl, ob Milch weggekippt und Sandkästen abgetragen werden müssten. Das heißt, diese tragischen Katastrophen außerhalb der BRD, die haben hier zusätzlich nochmal dazu geführt, dass sich das Problembewusstsein für die Kernenergie in der Gesellschaft verankert hat.“

Frau Dickel sieht hierin einen Grund für den großen Erfolg der Bewegung und schlussfolgert: „Die nationale Auseinandersetzung und das damit verbundene Empowerment, die Manifestierung des Problems und schließlich, dass ein so großer Teil der Gesellschaft durch das Miterleben dieser tragischen Katastrophen anti-atom-politisch geprägt wurde, war der Boden für diese großen, bundesweiten Proteste nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Und die haben schließlich auch zum Beschluss geführt, bis Ende 2022 doch alle Atomkraftwerke abzuschalten.“

Und heute? So stehen EU-Länder und Bürger:innen zur Atomenergie

Ob Atomenergie oder nicht ist auch innerhalb Europas ein kontroverses Thema. Uwe Hiksch, der als Referent Vorträge zu diesem Thema hält, sieht in Europa drei Tendenzen:

  1. Staaten ohne Atomenergie die diese auch nicht wollen – zum Beispiel Österreich oder Dänemark
  2. Staaten, die faktisch den Ausstieg beschlossen und umgesetzt haben oder dabei sind, ihn umzusetzen wie Italien oder Deutschland
  3. Staaten, die an Atomenergie festhalten und auch neue AKWs bauen wollen oder über Laufzeitverlängerungen weiterhin Kernenergie nutzen. Dazu gehören Frankreich, Schweden und Belgien.

„Hinzu kommt die Sondersituation“, so Hiksch „dass wir in der EU eine ganze Reihe neuer Staaten haben, die sehr Atomenergie-freundlich sind und zum Teil neu in diese Technologie einsteigen wollen oder aber schon AKWs betreiben und auch den Bau neuer AKWs planen.“ Das sind vor allem ost-europäischen Staaten wie Polen, Tschechien, Slowakei, Bulgarien, Rumänien und Slowenien. Auch die Zustimmung zur Atomenergie in der Bevölkerung ist in diesen Staaten  zum Teil noch sehr hoch: In Frankreich, Schweden, Finnland, Polen und Tschechien sind 60-70% der Bevölkerung für die Nutzung von Atomenergie. „Der Versuch, diesen Kampf zu europäisieren ist bisher nicht gelungen“, so Hiksch.

Wir haben euch grafisch aufbereitet, wie die einzelnen Länder in Europa zur Atomenergie stehen, wie viele Atomkraftwerke Deutschland und dessen Nachbarländer haben und wie alt diese im Durchschnitt sind:

Anzahl der betriebsfähigen Reaktoren in Deutschland und dessen Nachbarländern im Juli 2020​

Frankreich
56
Belgien
7
Deutschland
6
Tschechische Republik
6
Schweiz
4
Niederlande
1

Durchschnittsalter der Atomreaktoren in Deutschland und dessen Nachbarländern im Juli 2020 in Jahren​

Niederlande
47
Schweiz
44,3
Belgien
40,3
Frankreich
35,1
Deutschland
33,5
Tschechische Republik
29

In Deutschland sind sich Bund, Länder und Bürger nach jahrzehntelangen Demonstrationen grundlegend einig. Die Atomenergie hat in Deutschland keine Zukunft. Lediglich geringe 37 Prozent der Befragten in Deutschland sprachen sich 2020 gegenüber dem Handelsblatt für die Nutzung von Kernenergie aus 31. Anderen Erhebungen zur Folge sind rund 77 Prozent der Befragten für den Atomausstieg 32.

0 %
Der befragten Deutschen halten weitere Nutzung der Kernenergie für sinnvoll.
0 %
Der befragten Deutschen fordern Atomausstieg vor 2022
0 %
Der befragten Deutschen sind für Atomausstieg nach 2022
0 %
Der befragten Deutschen sind gegen Atomausstieg

Atomkraft? Nein danke!

Eine Bewegung mit entscheidender Bedeutung

Die Anti-Atomkraft-Bewegung hat sich tief in die Geschichtsbücher von Deutschland verankert. Wo die Bewegung in anderen Ländern wie zum Beispiel Frankreich nur kurze Zeit von Bedeutung war, schafften es die Aktivist:innen, die Demonstrationen rund um die deutschen Atomkraftwerke immer wieder aufs Neue anzufechten. Was zunächst in kleinen Ortschaften wie Wyhl, Brokdorf, Kalkar und Gorleben begann, weitete sich unter anderem durch die mediale Aufmerksamkeit in kürzester Zeit auf die umliegenden Städte, Großstädte und schließlich auf die Hauptstädte Deutschlands aus. Von den Sorgen und Ängsten einer badischen Region wurde so schnell eine riesige Massenbewegung, die einen Großteil der Deutschen beschäftigte. Obwohl die Demonstrationen nicht jeden Bau eines Atomkraftwerkes oder einer Atom-Endlagerstädte verhindern konnten, genoss die Bewegung mehr und mehr an Ansehen. Letztlich führte dies sogar dazu, dass die Bundesregierung nach knapp 40 Jahren den, für vielen Atomkraft-Gegner:innen lang ersehnten, Atomausstieg beschloss. Die zweite katastrophale Reaktorkatastrophe in Fukushima spielt dabei jedoch ebenfalls eine sehr entscheidende Rolle.

Am Ende bleibt uns lediglich die hypothetische Frage: Wo stände die Anti-Atomkraft-Bewegung heute, wenn es 2011 keinen zweiten Nuklearunfall gegeben und die Politik somit keinen Atomausstieg beschlossen hätte?

Quellen und Bildrechte

    1. World Nuclear Association (2020): World Nuclear Industry Status Report 2020, Annex 4 – Status of nuclear power in the worlds, S.346
    2. Bernward Janzing, (2017): Atomkraft: Vision für die Tonne, In: Elektrizitätswerke Schönau (Hrsg): Energiewende-Magazin
    3. Ehret‚ Balthasar (2018): Kein Kernkraftwerk in Wyhl und auch nicht anderswo – Wie wir den politischen Widerstand organisierten
    4. https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Anti-Atomkraftbewegung/ [Letzter Zugriff: 16.01.2021]
    5. https://www.landesarchiv-bw.de/media/full/69706 [Letzer Zugriff: 28.12.2020]
    6. https://www.mitwelt.org/akw-kkw-atomkraftwerk-breisach [Letzter Zugriff: 28.12.2020]
    7. https://wkgeschichte.weser-kurier.de/auf-dem-weg-nach-brokdorf/ [Letzter Zugriff: 18.12.2020]
    8. https://www.ndr.de/geschichte/schauplaetze/1981-Grossdemo-gegen-AKW-Brokdorf,brokdorfdemonstration101.html Letzer Zugriff: 18.12.2020]
    9. https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/wirtschaft/25-jahre-akw-brokdorf-umstritten-bis-heute-id585271.html [Letzter Zugriff: 19.12.2020]
    10. https://wkgeschichte.weser-kurier.de/auf-dem-weg-nach-brokdorf/ [Letzter Zugriff: 19.12.2020]
    11. https://wkgeschichte.weser-kurier.de/auf-dem-weg-nach-brokdorf/]Letzter Zugriff: 19.12.2020]
    12. https://wkgeschichte.weser-kurier.de/auf-dem-weg-nach-brokdorf/ [Letzter Zugriff: 19.12.2020]
    13. https://taz.de/!1185452/ [Letzter Zugriff: 19.12.2020]
    14. https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag5394.html [Letzter Zugriff: 19.12.2020]
    15. https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-50930-20120702-4 [Letzter Zugriff: 19.12.2020]
    16. http://projekt-manager.eu/projektmanagement-kalkar.html [Letzter Zugriff: 19.12.2020]
    17. https://rp-online.de/nrw/staedte/kleve/kalkar-sturm-auf-den-brueter-vor-40-jahren-40000-demonstrierten_aid-18036575 [Letzter Zugriff: 19.12.2020]
    18. https://www.zdf.de/nachrichten/heute/vor-30-jahren-baustopp-fuer-die-wiederaufarbeitungsanlage-wackersdorf-100.html [Letzter Zugriff: 05.01.2020]
    19. https://www.zdf.de/nachrichten/heute/vor-30-jahren-baustopp-fuer-die-wiederaufarbeitungsanlage-wackersdorf-100.html [Letzter Zugriff: 05.01.2021]
    20. https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-50930-20120702-4 [Letzter Zugriff: 05.01.2021]
    21. https://www.ndr.de/geschichte/schauplaetze/Gorleben-und-der-Atommuell-Eine-Chronik,gorlebenchronik2.html [Letzter Zugriff: 15.12.2020]
    22. https://www.ndr.de/geschichte/Vor-40-Jahren-Gorleben-Treck-nach-Hannover,gorleben1888.html [Letzter Zugriff: 15.12.2020]
    23. https://www.ndr.de/geschichte/Vor-40-Jahren-Gorleben-Treck-nach-Hannover,gorleben1888.html [Letzter Zugriff: 15.12.2020]
    24. https://www.faz.net/aktuell/politik/atommuell-chronologie-der-transporte-und-proteste-116651.html [Letzter Zugriff: 15.12.2020]
    25. https://www.base.bund.de/SharedDocs/Downloads/BASE/DE/berichte/kt-meldepflichtige-ereignisse/jb-kf-2019.pdf?__blob=publicationFile&v=1 [Letzter Zugriff: 08.12.2020]
    26. https://www.base.bund.de/SharedDocs/Downloads/BASE/DE/berichte/kt-meldepflichtige-ereignisse/jb-kf-2019.pdf?__blob=publicationFile&v=1 [Letzter Zugriff: 08.12.2020]
    27. https://www.lpb-bw.de/fukushima [Letzter Zugriff: 15.01.2020]
    28. https://www.strom-magazin.de/info/fukushima/ [Letzter Zugriff: 15.01.2020]
    29. https://www.lpb-bw.de/fukushima [Letzter Zugriff: 15.01.2020]
    30. https://www.lpb-bw.de/fukushima [Letzter Zugriff: 15.01.2020]
    31. https://www.worldnuclearreport.org/IMG/pdf/wnisr2020_lr.pdf Seite 346 [Letzter Zugriff: 15.01.2020]
    32. https://www.worldnuclearreport.org/IMG/pdf/wnisr2020_lr.pdf Seite 346 [Letzter Zugriff: 15.01.2020]
(Bildrechte erscheinen in der Reihenfolge der Bilder auf der Seite von oben nach unten)
Header: Weg mit dem schnellen Brüter! Foto: Koen Suyk / Anefo. Licence: CC0 1.0
 
Whyl:
 
 
 
Brokdorf: Brokdorf als Symbol des Widerstandes: Polizei-Einsatz während einer Demonstration gegen das AKW Brokdorf. Foto: Weingartz, Hans Licence: CC BY 3.0
 
Galerie Kalkar Wackersdorf:
1. Weg mit dem schnellen Brüter! Koen Suyk / Anefo. Lizenz: CC0 1.0
2. Protest in Kalkar Sept. 1974. Rob Mieremet / Anefo. Lizenz: CC0 1.0
3. Protest in Kalkar Sept. 1974. Rob Mieremet / AnefoLizenz:. CC0 1.0
5. Protest in Kalkar mit Fahne 25. Juli 1981. Hans van Dijk / Anefo. Lizenz: CC0 1.0
 
„Chaoten“ gegen Kalkar: Protest in Kalkar Sept. 1974. Rob Mieremet / Anefo. Lizenz: CC0 1.0
 
 
Galerie Gorleben:
 
Der Gorleben-Treck: Three Mile Island in Betrieb. Foto: Lance Nickel. Lizenz: CC BY-SA 4.0
 
Tschernobyl und Fukushima – Mobilisierung der Massen
 
 

Die Grundlagen unserer Datenerhebungen sind vollständig öffentlich einsehbar. Für die datenjournalistische Darstellung der Atomkraftwerke in Deutschland und dessen Nachbarländern beziehen wir uns auf die Informationen der World Nuclear Association und bei den Störfällen in deutschen Atomkraftwerken auf die Jahresberichte des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung.

Die Recherche der Anti-Atomkraft-Proteste innerhalb Deutschlands basieren auf einer breiten Grundlage von Zeitungsberichten, Chroniken, Landesarchiven und wissenschaftlichen Artikeln aus den letzten 30 Jahren. Hier kann auf Grund der Vielzahl der Proteste und des langjährigen Bestehens der Bewegung kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden. Bei den Teilnehmerzahlen der Demonstrationen orientierten wir uns an den Aussagen der großen Tages- und Wochenzeitungen. Dennoch bieten die gesammelten Daten eine aussagekräftige Basis, anhand derer wir die Anti-Atomkraft-Bewegung besser analysieren und verstehen konnten. Die Aufbereitung der Daten erfolgte anschließend mit den Programmen datawrapper.com und carto.com.

Sicherlich wäre es interessant zu sehen, wie sich die Störfälle in deutschen Atomkraftwerken vor 1990 verhielten. Aufgrund der unterschiedlichen Meldeverfahren in der damaligen DDR und BRD ist ein direkter Vergleich der Daten allerdings schwer. Auch bei den Anti-Atomkraft-Protesten in Deutschland beziehen wir uns mangels Zeit auf die bedeutendsten.

Die folgenden Bereiche sind ausgeblendet

Sie können unter „Erweitert“ und „Responsiv“ wieder eingeschaltet (je nach Medium. Zum Bearbeiten Computer) werden. Du gelangst über einen Rechtsklick und „Abschnitt bearbeiten“ auf den Bearbeitungsbereich.

Video

Sieh' dir diesen Link zu einem Video an. Es ist sehr relevant.

Audio

Sieh' dir diesen Link zu einem Audio an. Es ist sehr relevant.

Dokument

Lade dieses PDF herunter. Es ist sehr relevant.

Foto

Sieh' dir diesen Link zu einem Foto an. Es ist sehr relevant.

Für besonders wichtigen Text oder Zitate. Muss kurz sein!

Zwischenüberschrift im Fließtext (H2)

Ut wisi enim ad minim veniam, quis nostrud exerci tation ullamcorper suscipit lobortis nisl ut aliquip ex ea commodo consequat. Duis autem vel eum iriure dolor in hendrerit in vulputate velit esse molestie consequat, vel illum dolore eu feugiat nulla facilisis at vero eros et accumsan et iusto odio dignissim qui blandit praesent luptatum zzril delenit augue duis dolore te feugait nulla facilisi. am liber tempor cum soluta nobis eleifend option congue nihil imperdiet doming id quod mazim placerat facer possim assum. Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat. Ut wisi enim ad minim veniam, quis nostrud exerci tation ullamcorper suscipit lobortis nisl ut aliquip ex ea commodo consequat.   

Ut wisi enim ad minim veniam, quis nostrud exerci tation ullamcorper suscipit lobortis nisl ut aliquip ex ea commodo consequat. Duis autem vel eum iriure dolor in hendrerit in vulputate velit esse molestie consequat, vel illum dolore eu feugiat nulla facilisis at vero eros et accumsan et iusto odio dignissim qui blandit praesent luptatum zzril delenit augue duis dolore te feugait nulla facilisi. am liber tempor cum soluta nobis eleifend option congue nihil imperdiet doming id quod mazim placerat facer possim assum. Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat. Ut wisi enim ad minim veniam, quis nostrud exerci tation ullamcorper suscipit lobortis nisl ut aliquip ex ea commodo consequat.   

kleiner Info-Text, mit oder ohne Icon möglich

Diese Beiträge könnten dich interessieren:

Fridays for Future-Demo in Aachen

Über die Autor*innen